Amateurfunk funktioniert weltweit ohne zentrale Leitstelle. Drei Millionen Stationen koordinieren sich ausschließlich über Regeln, Konventionen und Eigenverantwortung. Hochkomplexe globale Kommunikation funktioniert auch ohne Plattformbetreiber, Algorithmen oder Konzerne stabil.
Im Alltag ist Funk magisch: Das Smartphone wird eingeschaltet und eine Verbindung ist (meistens) da. Im Amateurfunk hingegen werden physikalische Effekte direkt spürbar. Das wären:
Ionosphäre, Tageszeit, Sonnenflecken, Antennen und Gelände.
Amateurfunk ist eines der letzten Technikfelder, in dem man Naturgesetze unmittelbar im Alltag erlebt. Die Kommunikation erfolgt als physikalisches Naturereignis, nicht als abstrakter Service.
Fast jede moderne Technik lässt sich konsumieren, ohne verstanden zu werden. Beim Amateurfunk klappt das nur sehr begrenzt. Ohne Grundverständnis von Elektronik, Wellenausbreitung und Betriebstechnik bleibt man handlungsunfähig.
Kein Like-System, keine Werbung, kein Geldfluss, keine Optimierung auf Aufmerksamkeit. Kommunikation findet um ihrer selbst Willen statt.
Amateurfunk ist eines der letzten großen globalen Netzwerke, das nicht ökonomisch verwertet wird.
Amateurfunk ist mehr als Technik. Es ist eine Gemeinschaft, die sich ständig weiterentwickelt. Zwischen Kurzwelle und Computer, zwischen Erfahrung und Neugier – und zwischen alten Strukturen und neuen Stimmen. Besonders die wachsende Zahl an YLs zeigt: Die Zukunft des Amateurfunks ist vielfältig, offen und lebendig.
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